Sagen der Umgebung: Der Holzbrockeler (Auszug)
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„In der Nacht auf den Begräbnistag bekam es der Tannenbauer Reiterle mit dem Gruseln zu tun. Er war ein wohlhabender Mann, einer der besten Freunde Roths, dem er oftmals Geld geborgt hatte, damit er seiner Verschwendungssucht frönen konnte. Als Reiterle sich spät nachts auf dem Heimweg von Roths „Leiche“ befand, sprengte dieser kurz vor Tannweiler auf einem kopflosen Pferd, umkläfft von einer großen Zahl von Hunden, die ebenfalls ohne Köpfe waren, ganz dicht an ihn heran. Reiterle zog, zu Tode erschrocken, die Mütze: „Guten Abend, Herr Hauptmann!“ Der Geist brüllte darauf mit unnatürlicher Stimme: „Würde ich Dich nicht kennen, zu Zunder und Fetzen zerrisse ich dich!“ Darauf sprengte er davon, umbellt von seinen Hunden, so, als raste das Wuotesheer dahin, dem Heldenberg zu. Als Reiterle von seiner Ohnmacht erwachte, läutete die Wißgoldinger Glocke den ersten Angelus. Da gelobte er, für die Seelenruhe seines Freundes eine Kapelle zu erbauen. Dass er sein Gelübde gehalten hat, bekundet das am Fuß des Schwarzhorns überaus stimmungsvoll gelegene Reiterleskapelle ...“
Auszug aus:
Stütz, Georg: Sagen der Heimat, Schwäbisch Gmünd 1981, S. 37f